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Ich hatte "Angst vor Angst" -
jetzt habe ich nur noch "Angst"!!!!
(Teil 2)


Von wegen noch mal zurückgekommen, ich ging sofort nach Hause. Als ich nach Hause kam, setzte ich mich sofort hin. In dem Moment war ich auf der einen Seite so was von fassungslos und voller Sorgen,  auf der andern Seite war ich jedoch erleichtert und froh, in "Sicherheit" zu sein. Um mit jemandem darüber offen zu sprechen, kam gar bei mir gar nicht in Frage. Nicht mal mit meinen Eltern oder Geschwistern. Der Grund: Meine Eltern hätten mich eh nicht verstanden und mich  einer andern Person (Freund, Verwandten) zu vertrauen, kam erst recht nicht in Frage, da ich auf keinen Fall wollte, dass man von meinen Schwächen etwas erfährt. Ich verließ mich auf mich selber und begann wieder von einem Arzt bis zum Anderen zu gehen. Es vergingen nicht nur Monate sondern viele Jahre, das Ergebnis sah zum Schluss immer gleich aus: " Einen neuen Arzt aufsuchen"!!!,. Damals wusste jeder, der mich kannte,  dass ich gesundheitliche Probleme habe. Und ich hatte überhaupt keine Probleme, damit umzugehen. Denn, ich war mir 100 % - ig sicher, dass meine Beschwerden organischer Natur sind und dafür brauche ich mich nicht zu schämen, ich kann ja nichts für.

 

So, sehr geehrte Leserinnen und Leser, sehr geehrte von Angst und Panik- Attacken Betroffene,

 

ich könnte Euch noch stundenlang erzählen, was ich nicht alles ausprobiert habe, um meine langjährigen Beschwerden endlich zu besiegen. Das ist zwar wichtig, viel wichtiger für Euch ist es jedoch, endlich mal von jemandem zu hören (aus der ersten Hand), wie er es geschafft hat, seine Angst- und Panikattacken loszuwerden. Denn wir alle haben schon tausendmal, die Gelegenheit gehabt, über Angst- und Panikattacken zu lesen, wir haben Menschen gesehen, die unter Angst- und Panikattacken leiden. Im Fernsehen haben wir auch x-mal die Gelegenheit gehabt, wo Fachleute: Ärzte, Psychologen, Psychiater über Angst- und Panikattacken sprachen. Sie gaben uns tausende von guten Ratschlägen, Empfehlungen, Tipps, Verhaltensarten und und und. Jeder von uns hat bestimmt schon mal versucht, das auch durchzusetzen, was sie uns da empfohlen haben. Zum Beispiel: Was soll man machen bzw. wie soll man sich verhalten in einer Situation, in der man plötzlich von einer Panik-Attacke überfahren wird. Man sprach von Ablenkungsmanöver (über dieses Wort: "Ablenkungsmanöver" könnte ich mich heute totlachen: "Jemand wird innerhalb von Bruchsekunden in eine Situation versetzt, in welcher er gleichzeitig mit solchen Schweißausbrüchen, Herzrasen, Schwindel, weiche Knie, das Gefühl, ohnmächtig zu werden, kämpft und in so einer Alptraum-Situation soll mich ein an mir vorbeilaufendes und total bunt gekleidetes Kind ablenken, oder etwa die Knöpfe an meinem Mantel par mal auf- und zumachen. So was kann man vielleicht jemandem empfählen, der seit vielen Stunden auf seinen mit Verspätungen Zug wartet und sich dabei todlangweiligt, aber nicht doch jemandem, bei dem es ums "Leben oder Tod" geht.) Das geht aber noch! Viel schlimmer waren für mich, wenn ich heute zurückdenke, die Tipps: "Man soll der Angst die Brust bzw. die Zähne zeigen, man darf in keinster Weise  einen Vorgang abbrechen. Das heißt, wenn man sich absichtlich in eine Situation begibt, vor welcher man solche Angst hat: Zum Beispiel: "ins Kino, Theater, Kaufhaus also unter viele Menschen zu gehen, darf man auf keinen Fall einen Schritt rückwärts machen, denn das wäre so ´ne Art Kapitulation vor Angst. Man nennt diesen kritischen Moment als "Mauer, die um jeden Preis durchgebrochen werden muss, sonst wird sie noch dicker und höher.

 

So, zunächst möchte ich mich erstmal vor falschen Behauptungen absichern, indem ich sage: "Ich rede von mir"!!!

Dass wir, Menschen, unterschiedlich sind, das weiß mittlerweile jeder von uns. Die Einen überwältigen ihre Probleme auf eine Art und Weise, die Anden auf Andere. Aufgrund dessen schließe ich nicht aus, dass es auch Menschen gab, gibt und geben wird, die Ihre Angst- und Panikattacken so bewältigt haben, indem sie mit bloßem Kopf durch diese so genannte "Mauer" gegangen sind. Ich habe es "weiß der Liebe Gott" wie oft versucht, diese Mauer durchzubrechen, um den nächsten Schritt, anstatt nach hinten, nach vorne zu machen. Und "zu eurer Wunder":"  habe es  fast immer geschafft"! Was meine ich denn damit: geschafft!? Ein wunderschönes Bespiel: "Ich ging damals in die Kirche (es war ein Sonntag), ich hatte furchtbare Angst, in diese Kirche zu gehen (es handelt sich um eine ganz ganz normale Kirche, also keine Kirche mit irgend welchen gespenstischen Geschichten). Es handelte sich jedoch um eine Kirche, vor der ich furchtbare Angst hatte, vor allen Leuten in Ohnmacht umzukippen, in einer Kirche, in der Jeder Jeden kannte. Denn allein der Gedanke: mitten währen der Gottes-Messe umzukippen, man wird dann nach draußen raus getragen, ihm wird geholfen, dass er wieder zu sich kommt. Jeder guckt dabei, wer es ist. Und schon kam der nächste Gedanke bzw. Alptraum: "Wie werde ich reagieren, wenn ich nächstes Mal wiederkomme. Alle werden bestimmt ein Auge auf mich werfen und in sich sagen: "Er war das, so  ein großer Mann, hätte ich mir nie gedacht"!

Da ich aber - wie oben erwähnt - immer wieder gelesen habe, bloß nicht klein beigeben, ging ich jedes Mal in die Kirche rein. und ich dachte jedes Mal: „Wenn das der Preis ist, in Zukunft angstfrei zu leben, dann gehe ich rein, selbst wenn ich eine Minute später ohnmächtig aus der Kirche ausgetragen werde. Ich ging in die Kirche rein, allein das Betreten der Kirche und der Blick auf die vielen Menschen, sowie der Gedanke, dass man eine Stunde da bleiben muss, war für mich eine Horror-Vision. Ich kämpfte jede Sekunde gegen das Umkippen. Ich versuchte mich an mich selbst festzuhalten. Die Attacken kamen Eine nach der Anderen. Panik pur !!! Als ich das Gefühl hatte, nicht mehr aushalten zu können, und an nichts anderes dachte als  an das „raus“ aus der Kirche, befahl ich mir da zubleiben. „Du bleibst, wo du bist“, sagte ich zu mir, denn den Schritt nach hinten darfst du auf keinen Fall machen. Niederlage vor Angst. Und in der Tat schaffte ich es, bis zum Ende der Messe in der Kirche zu bleiben. Ich ging raus, versuchte, mich mit den Menschen, die mich kannten, zu unterhalten. Es war aber kaum möglich, denn meine Gedanken waren schon bei der nächsten Messe in einer Woche. Der Gedanke: „ Wer soll es wieder aushalten“!? Und so Woche für Woche. Immer das gleiche Bild: eine Stunde am Quellen,  um bloß nicht vor der Angst nachzugeben.

Die Angst hat sich schlau gemacht, hat mich einfach durchgeschaut. Sie wusste ganz genau, wo mein Problem ist: „Er darf nicht rausgehen, er darf auf keinen Fall den Rückwärtsgang einlegen. Die Angst brauchte nichts mehr zu machen. Sie wusste, dass ich verdammt hartnäckig bin und dieses Hartnäckige an mir hat sie zu ihrer eigenen Waffe gemacht. Was will ich damit sagen: Dieses Hartnäckige braut man auf jeden Fall, um Angst- und Panikattacken loszuwerden. Darüber braucht man gar nicht zu diskutieren. Wird diese Eigenschaft von Hartnäckigkeit falsch verwendet, kann es zu solchen katastrophalen und negativen Folgen führen. Also, mein Beispiel bzw. mein Fehler aus der Kirche: Die Angst wusste, wie sehr ich hartnäckig (hartnäckig heißt mit anderen Worten: „immer wieder“) bin, sie wusste aber auch, wenn ich diese Hartnäckigkeit richtig und „im vollen und ganzen“  gegen sie anwende, hat sie auf Dauer kein Bisschen Chance, mir etwas entgegenzusetzen. Sie würde 100 %-ig verlieren. Aaaaaber, sie wusste sehr genau, wenn sie mich in der Kirche von Sekunde zu Sekunde attackiert, dass bei mir, aufgrund der Unerträglichkeit (Schweißausbrüche, weiche Knie, Schwindel, Ohnmacht-Gefühl, Herzrasen und und), irgendwann der Gedanke kommen wird, die Kirche verlassen zu müssen: So, und jetzt kommt der entscheidende Punkt bzw. mein Fehler: anstatt die Kirche ohne schlechtes Gewissen, ohne das Niederlage-Gefühl, das Gefühl vor der Angst verloren zu haben, zu verlassen, einfach rausgehen, und dann aber dank dieser Hartnäckigkeit wieder, nachdem ich mich für paar Minuten erholt habe, wieder frische Luft geholt habe, in die Kirche reinzugehen. Und was mache ich: ich setzte mich dermaßen unter Druck, die Kirche auf keinen Fall verlassen zu dürfen. Und das war der entscheidende Fehler von mir. Ich hatte Angst vor diesem Moment, vor diesem Befehl. Und die Angst konnte sich jedes Mal, wenn ich in der Kirche war an mir richtig austoben. Sie wusste, egal was sie mit mir macht (Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche und und), ich verlasse die Kirche „nicht“.   Und wer „bitte schön“ von uns hätte keine Angst,  Tag für Tag, Woche für Woche, ein Spielplatz von solchen Ängsten zu sein. Also, da stimmt was nicht, sagte ich zu mir. Du machst etwas falsch. Einen Vorwurf konnte ich mir auf keinen Fall machen, da ich es jedes Mal ausgehalten habe, in der Kirche zu bleiben. Mein Problem war: „Je öfter ich es versucht und letztendlich geschafft habe, um so mehr Angst tankte ich  fürs nächste Mal nach.

 

„Ab jetzt wird die Welt für mich und für Euch anders aussehen“!

 

Aber warum!? Waaaarum darf  ich denn, wenn ich das Gefühl habe, die Angst- und Panikattacken nicht mehr aushalten zu können, die Kirche nicht verlassen. Wo ist das Problem, aus einer U-Bahn plötzlich aussteigen zu müssen, anstatt sich von den Ängsten quellen zu lassen. Oder aber aus dem Kino raus. Raustreten aus der Warteschlange an der Aldi-Kasse. Ein Unterhaltungs-Gespräch mit Jemandem plötzlich kürzer fassen zu müssen. Wo ist denn da bitte ein Problem.

 

Liebe von Angst Betroffene, ich frage Euch im ernst: „Was würde Euch persönlich besser tun, in dem Moment, wo Ihr das Gefühl habt, nicht mehr aushalten zu können: „rausgehen, austreten, aussteigen, das Gespräch kürzer zu fassen, oder weiter machen.???  Ich kenne schon Eure Antwort: „selbstverständlich das Erste“! Jetzt frage ich Euch, „Warum macht Ihr das nicht „! Eure Antwort lautet. „Wir haben Angst, wieder das Gefühl vor der Angst verloren zu haben“! Jetzt kommt meine Antwort darauf und sie lautet: So ein Quatsch!!!

 

Angst kann man nicht mit Gewalt loswerden! Das wird Euch nicht gelingen, da bin ich mir ziemlich sicher. Im Gegenteil:

 

„Angst kann man nur dann loswerden, wenn man dran Spaß hat!“

 

Man soll nichts anderes machen als das, was die Angst mit uns selber macht, sich richtig austoben.

 

Es mag sich zwar ein bisschen ironisch anhören, ist aber egal. Das ist der Schlüssel.  

 

 

Das Wichtigste kommt jetzt !!! (zur Fortsetzung)

 

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